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Feuilleton

DIE ZWEI NEUEN

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Seit Mai hat das Museum Uelzen personell aufgestockt

Nach ihren Wünschen, das Haus betreffend, gefragt, antworten Almuth Kölsch und Garnet Grünhagen ähnlich: „Ich wünsche mir ein volles Haus“, sagt Almuth Kölsch, „dass man das Museum als einen Ort der Freizeit wahrnimmt und nicht nur alle zwei Jahre mal vorbeischaut. Dass man seine privaten Gäste hierherschleppt, weil man sich als Einwohner der Stadt in den Ausstellungen des Museums wiederfindet.“ Und Garnet Grünhagen ergänzt: „Es soll ein lebendiges Haus sein, eins, wo reger Austausch stattfindet!“
Ein Museum ist geronnene Zeit. Ist das Gestern. Ist Vergangenheit, ohne die wir nicht wüssten, was wir im Heute sollten und wohin der Weg ins Morgen führt. Ein Museum und die Beschäftigung mit der eigenen Geschichte sind unabdingbar und notwendig. Schon, um Fehler nicht zu wiederholen. Manchmal sieht es so aus, als wären wir Deutschen besonders anfällig für derlei Repliken. Im Museum Uelzen passiert hinter den verschlossenen Türen derzeit viel. Denn es stellte sich für seine Wiedereröffnung im Frühjahr 2023 auch personell neu auf. Was endlich eine solide wissenschaftliche Basis und wirksame Öffentlichkeitsarbeit einschließen. Dafür wurden ab Mai dieses Jahres Almuth Kölsch und Garnet Grünhagen eingestellt. Die Verstärkung für Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm.
Almuth Kölsch wurde in Göttingen geboren und hat nach dem Abitur die Laufbahn für eine „ganz klassische Museumsausbildung“ eingeschlagen, wie sie selbst sagt. Sie studierte Kulturanthropologie und Klassische Philologie, volontierte nach dem Studium an verschiedenen Häusern in Hessen, war auch beteiligt an einer Ausstellung im Museumsdorf Hösseringen und zuletzt wissenschaftliche Mitarbeiterin der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ in Berlin. Sie arbeitete zudem über „Zwangsmigration im 20. Jahrhundert in Europa“. Vor einem Monat zogen sie und ihre Familie nach Uelzen um, um sich nun ganz dem Konzept für die neue Dauerausstellung des hiesigen Museums zu widmen. „Wie ist die Stadt entstanden und das geworden, was sie ist?“, wird sie sich dafür fragen. Und: „Welche interessanten Menschen haben hier gelebt?“ (Da fällt jedem Bürgermeister Tile Hagemann ein, dem Jürgen Vogtherr vor ein paar Jahren eine spannende Publikation widmete.) Es soll eine Ausstellung werden, die jeder rezipieren kann. Ob Familien, Jugendliche oder Touristen. Kölsch wird sich auch dem Gedankenaustausch mit anderen Städten nicht verschließen; wie haben die das gemacht, heißt die Frage. Was ist schief gelaufen? „Wir müssen Fehler ja nicht wiederholen“, resümiert die 34-Jährige. Und: „Ich denke, die Uelzener können sich auf ein modernes Museum freuen, und es soll auch ein Haus für Bürgerbeteiligungsprojekte sein.“ Das sind ehrgeizige Ziele, aber der Zuhörende ist überzeugt von der Kompetenz dieser jungen Wissenschaftlerin.
Ihre Kollegin Garnet Grünhagen wird zuständig sein für die museumpädagogische Arbeit. Wobei sie gleich zu Beginn vehement klarstellt: „Museumspädagogik ist mehr, als mit Kindern zu arbeiten!“ Die 49-Jährige kommt aus dem Heidekreis. Sie wurde dort geboren, hat ihr Abitur in Soltau gemacht. Danach studierte sie BWL mit Diplomabschluss und arbeitete als Personaltrainerin bei „Premiere“. Ihr zweites Studium, das der Kulturgeografie, schloss sie mit dem Magister ebenfalls ab und arbeitete selbstständig in der Kulturlandschaftsanalyse. Außerdem war sie Lehrbeauftragte der Uni Lüneburg und als Museumspädagogin am Salzmuseum tätig. „Ich habe immer mit den Bereichen Bildung und Vermittlung zu tun gehabt“, sagt sie. Damit sollte Garnet Grünhagen eine optimale Besetzung auch für Uelzen sein. Sie will auf die verschiedenen Institutionen, nicht nur auf Schulen, zugehen. „Wir kriegen nicht nur Besuch, wir besuchen auch“, nennt sie das Konzept, mit dessen Realisierung sie auf gar keinen Fall warten wird, bis das Museum in knapp zwei Jahren endlich seine Tore öffnet.

[Barbara Kaiser]

Almuth Kölsch

Garnet Grünhagen

 

 

 

 

 

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