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Feuilleton

Das Arboretum erwacht

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Fotos Barbara Kaiser

Bunter Sommer im Baumgarten zu Melzingen mit Bildern von Kerstin Sørensen

„Ich kann nur sagen, dass wir uns freuen, in diesem Jahr wieder eine Ausstellung eines Mitglieds des Bundes Bildender Künstler zeigen zu können, wobei der allergrößte Anteil daran der Künstlerin selbst gebührt“, sagt Philine Haase, die Vorsitzende des Vereins Arboretum Melzingen. Im letzten Jahr waren die Wände leer geblieben, und überhaupt ist es still geworden um diesen Baumgarten, in dem Christa von Winnings Lebenswerk wächst und gedeiht. Die Kommentare auf der Internetseite bescheinigen ihm gar eine gewisse Ungepflegtheit. Das ist schade, denn man war ambitioniert gestartet nach der Gründerin Tod. Haase sagt, man hoffe weiter, „alsbald zumindest jemanden zu finden, der sich längerfristig vorstellen könnte, Vorstandsaufgaben zu übernehmen.“ Damit wird es sicherlich nicht getan sein – siehe Kommentar oben. Aber: Es wird auch in diesem Jahr einige Konzerte geben, das Café ist geöffnet und die Ausstellung von Kerstin Sørensen wird viele Liebhaber finden!
Zu sehen sein werden Heidebilder, die glühen und doch von schwebender Leichtigkeit sind. Weite, karge Landschaften, die eine meditative Ruhe verströmen. Auenwälder, die sich auf geheimnisvolle Weise doppeln. Es ist bewiesen, dass naturnahe Landschaften einen positiven Effekt auf unsere psychische Gesundheit haben; in Verbindung mit Wasser ist der steigerbar. Die Betrachtung der hier beschriebenen Bilder könnte gleiches Ergebnis zeitigen. „Es geht immer mehr um Licht“, sagt die Künstlerin, „und um Schatten und Partien, die im Dunklen sind.“ Die Exposition heißt folgerichtig „Landschaften im Licht“. Aus ihnen spricht die Liebe zur Landschaft und – was das Licht mit ihr macht. Licht, das erst die Faszination von Bildern ausmacht, obwohl dieses Medium eigentlich unsichtbar ist, man es nur zu sehen glaubt, wenn Staub in ihm tanzt.
Kerstin Sørensen pendelt „immer noch im Kopf als auch physisch zwischen Skandinavien und der Lüneburger Heide“. Zwischen Eimke, wo sie seit drei Jahren lebt und Norwegen, wo sie lange gelebt hat. „Es sind innere und reale Landschaften, die sich vermischen in mir“, erklärt sie. Meist sind es Aquarelle, die den Betrachter faszinieren, aber Sørensen wandert zwischen Aquarell und Öl und „will gerne die Leichtigkeit des Aquarells auch dort haben“. Sie möchte, „dass der Betrachter in Licht baden und das Auge wandern kann in der Weite der Landschaft.“ Das ist ein Versprechen, das die Künstlerin bis jetzt immer eingehalten hat! – Vernissage ist am Sonntag, 12. Mai 2024, 17 Uhr, im Arboretum Melzingen. Die Bilder sind die ganze Saison über zu sehen. Gleichzeitig werden an zwei Wochenende in der Galerie des BBK Oldenstadt Arbeiten der Eimker Malerin ausgestellt. Vernissage hier: Freitag, 24. Mai 2024, um 18 Uhr (bis 3. Juni).

Zusatz-Tipp
Unbedingt angekündigt sein soll auch die Messias-Aufführung am (Wahl)Sonntag, 9. Juni 2024, 17 Uhr, in der St. Marien Kirche Uelzen. Was Georg Friedrich Händel in
reichlich drei Wochen aufs Notenpapier brachte, war eine Zusammenfassung all dessen, was er uns heute ist: Der Schöpfer traumhafter Melodien, die zu Herzen gehen, mit Sinn für Effekte. Der Kompositeur von Breitwandepen der Musik mit cinemascopischer Wucht, Meisterwerke, denen die 250 Jahre höchstens veredelnde Patina zuwiesen, niemals aber Staub. Das „Hallelujah“, das kunstvolle Architektur und feurige Begeisterung vereint, möchte man immer mitsingen, ach was, mitjubeln! Überhaupt garantieren die Tutti im Chor den Gänsehauteffekt.
Erik Matz steht am Pult der 120 Minuten in Uelzens Hauptkirche. Und die traditionellen Sommerkonzerte dort werden dann am Samstag, 7. Juli, beginnen.

[Barbara Kaiser ]

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