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Wirtschaft

„Darf man denn jetzt Bäume schneiden?“ – Über Fällungen im Sommer und Schnittzeitpunkte

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Ende Februar heißt es: „Ende der Fällsaison“. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG §39 Abs. 5) ist es ab diesem Zeitpunkt verboten „Bäume, die außerhalb des Waldes, von Kurzumtriebsplantagen oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen“ zu fällen. „(…) zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Pflanzen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen.“
Sinn dieses Gesetzes ist der allgemeine Schutz wild lebender Tiere und Pflanzen. Es gilt Tieren, Insekten und anderen Lebewesen die Möglichkeit ungestörter Brut und Aufzucht ihrer Nachkommen zu gewähren, die meist in den warmen Jahreszeiten stattfindet. Unter anderem übernehmen Bäume mit ihren zahlreichen Habitatstrukturen hierbei einen großen Stellenwert.

Durch den Begriff „gärtnerisch genutzten Grundflächen“ ist aber eine ganzjährige Pflege, und, wenn nötig, Fällung ihres Gartenbaumes möglich. Allerdings mit einer Einschränkung, die im gleichen Paragraphen unter Abs. 1 Punkt 3 („Es ist verboten (…) Lebensstätten wild lebender Tiere und Pflanzen ohne vernünftigen Grund zu beeinträchtigen oder zu zerstören“) beschrieben ist. Für den verantwortungsvollen Baumpfleger bedeutet dies, dass vor jeder Maßnahme geprüft werden muss, ob es in dem betreffenden Baum Habitat- (Lebensraum-) strukturen gibt und ob diese genutzt werden. Eine Ausnahme gilt aber immer: Die Verkehrssicherheit ist stets zu gewährleisten! Gefahren, die durch absterbende Bäume oder Teile von ihnen entstehen, dürfen/müssen immer beseitigt werden.
Das klingt auf dem ersten Blick ziemlich kompliziert. Wenn wir uns aber einfach vergegenwärtigen, dass jeder Eingriff in ein System teils weitreichende Folgen haben kann, ist es nicht schwierig, entsprechend vorsichtig zu handeln.
In meiner über 20-jährigen Berufspraxis haben wir Baumpfleger eine enorme Entwicklung durchlaufen. Sei es in Fragen der Technik und Effizienz, aber eben auch in der Selbstkritik unserer Eingriffe in dem „System Baum“.

Zeitgleich entwickelte der wissenschaftliche Bereich zahlreiche Erkenntnisse über das Lebewesen Baum selbst und ihrer Bedeutung im ökologischem Gesamtsystem. Heute wissen wir, wie wichtig Totholz ist, dass starke Eingriffe in die Kronenstruktur eher nachteilig sind, wie der Baum auf Eingriffe reagiert (hier seien die Folgekosten falscher Baumpflege angemerkt) und wann ein Baum nicht mehr bruch- und standsicher ist und der Möglichkeiten, diese wieder herzustellen ohne Fällung oder zu starker (nachteiliger) Eingriffe. Aber vor allem der Bedeutung der Bäume für uns Menschen und unserer Mitbewohner auf diesem Planeten.

BAUMFACHWERK
THORSTEN KRUSE-NEULS

  • European Tree-Technician
  • FLL-zertifizierter Baumkontrolleur
  • Baumsachverständiger

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