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„Musik ist Freundschaft, Musik ist Liebe“

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Ahmad Hasan liebt das Leben in Deutschland und freut sich, endlich wieder vor Publikum auftreten zu können.

Ahmad Hasan aus Uelzen gibt Konzert an der Woltersburger Mühle

„Die Musikerfamilie ist für mich wie ein großer Garten mit vielen bunten Blumen. Die Blumen stehen für verschiedene Kulturen, Hautfarben, Nationalitäten.“ Ahmad Hasan weiß, wovon er spricht, schließlich ist der 50-jährige kurdische Syrer, der in Uelzen lebt, Profimusiker. Seit dreieinhalb Jahren wohnt er in Deutschland, hat in Deutsch-Kursen die für ihn neue Sprache gelernt. Sein Wunsch, endlich einmal wieder ein Konzert geben zu können, wird Sonntag, 28. November, in der Woltersburger Mühle in Erfüllung gehen. Dort ist er zurzeit auch beschäftigt, knüpft neue Kontakte, doch seine Gedanken kehren oft zurück in seine Zeit in Syrien.
„In Syrien habe ich zwei Jahre Musik gelernt, bin Musiklehrer. Mit einem meiner Brüder und einem Freund habe ich unter dem Bandnamen „Orkés“ in Syrien Konzerte gegeben, danach eine Solokarriere unter dem Künstlernamen Seyda gestartet, vier eigene CDs mit kurdischen Liedern herausgebracht. Komponiert haben diese Songs mein Bruder und ein bekannter kurdischer Autor.“
Konzerte haben ihn unter anderem nach Deutschland, die Niederlande, Schweden, Norwegen, in die Türkei, in den Irak, nach Katar, Dubai und Russland geführt. „Wenn ich ein Konzert geben wollte, musste ich vorher eine Erlaubnis einholen, wobei Solo-Konzerte in Syrien für mich als Kurden verboten waren. Nur wenn ich gemeinsam mit einem Araber auftrat, war das erlaubt. Nach den Auftritten in einem anderen Land bin ich immer wieder sofort nach Syrien zurückgekehrt.“
Dann kamen staatlicherseits die Fragen: Was hast du mit deinen Liedern sagen wollen? Mit wem hattest du Kontakt? Wieviel hast du bei deinen Konzerten verdient? Diese Befragungen kehrten immer wieder, zogen sich jeweils über mehrere Monate hin. „Besonders nach 2011 gab es immer mehr Einschränkungen, große Konzerte wurden auch aus Angst vor Attentaten verboten. Die Probleme sind immer mehr geworden.“ Die Angst vor Gesangsverboten wuchs ständig, die Zukunft war mehr als ungewiss. „Dabei möchte ich den Menschen mit meinen Liedern doch nur die kurdische Kultur ein wenig näherbringen.“
Das möchte er, der zu seinem Gesang Tambour und Aud spielt, in Deutschland fortsetzen. Seine Familie, seine Frau Madiha, seine Söhne Awat und Ram sowie seine Tochter Hema, geben ihm den nötigen Halt. Was er in Deutschland vermisst? Das sonnige Wetter in den Wintermonaten und natürlich auch seine neun Geschwister, sieben Schwestern und zwei Brüder. „Doch wir sind in Deutschland so freundlich aufgenommen worden, hier ist nahezu alles gut, wobei Hannover meine Lieblingsstadt ist, denn dort kenne ich von früheren Konzerten her viele Menschen. Jetzt hoffe ich, dass das Ende der Coronakrise es wieder ermöglicht, Konzerte zu geben, bei denen ich moderne und klassische Lieder vortragen kann.“
Am Sonntag, 28. November, geht mit dem Auftritt in der Woltersburger Mühle ein kleiner Traum in Erfüllung. Begleitet wird Ahmad Hasan an diesem Abend von dem jüdischen Sänger und Gitarristen Alon Sariel.

[Dirk Marwede]

Initia Medien und Verlag UG

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