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Ein Bild ist auch ein Weg

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Foto Kaiser

„Landschaften im Licht“ von Kerstin Sørensen im Arboretum Melzingen

Das Arboretum in Melzingen ist aus dem Winterschlaf erwacht. Die Ausstellung mit Bildern von Kerstin Sørensen wurde am Wochenende eröffnet und ist die ganze Saison lang zu sehen.

Es wird in diesem Jahr auch einige Konzerte geben, das Café wird öffnen und die Arbeiten von Kerstin Sørensen werden viele Liebhaber finden. Die Eimker Künstlerin, die seit vier Jahren, aus Norwegen kommend, im Landkreis lebt, ist in der Lage, Werke von schwebender Leichtigkeit zu erschaffen. Weite, karge Landschaften, die eine meditative Ruhe verströmen, Auenwälder, die sich auf geheimnisvolle Weise durch das Wasser doppeln. Nebenbei: Es ist bewiesen, dass naturnahe Landschaften einen positiven Effekt auf unsere psychische Gesundheit haben; in Verbindung mit Wasser ist der steigerbar. Die Betrachtung der hier beschriebenen Bilder könnte gleiches Ergebnis zeitigen. Denn natürlich fehlen glühende Heidebilder nicht.

„Es geht immer mehr um Licht“, sagt die Künstlerin, „und um Schatten und Partien die im Dunklen sind.“ Folgerichtig der Titel des Gezeigten:  „Landschaften im Licht“. Aus ihnen spricht die Liebe zur Natur und – was das Licht mit ihr macht. Licht, durch das erst die Faszination von Bildern entsteht, obwohl dieses Medium eigentlich unsichtbar ist, man es nur zu sehen glaubt, wenn Staub in ihm tanzt. Kerstin Sørensen pendelt „immer noch im Kopf als auch physisch zwischen Skandinavien und der Lüneburger Heide“. Zwischen Eimke, wo sie erst seit so kurzer Zeit ein Zuhause suchte und fand (?), und Norwegen, wo sie lange gelebt hatte. „Es sind innere und reale Landschaften, die sich vermischen in mir“, erklärt sie. (Man mag an Caspar David Friedrich denken, der malte mit dem gleichen Antrieb.)  Meist sind es Aquarelle, die den Betrachter faszinieren, aber Sørensen wandert zwischen Aquarell und Öl und „will gerne die Leichtigkeit des Aquarells auch dort haben“. Was besonders schwer ist und hohes handwerkliches Können voraussetzt.

Die Malerin, die in Braunschweig und Oslo studierte, möchte, „dass der Betrachter in Licht baden und das Auge wandern kann in der Weite der Landschaft.“ Das ist ein Versprechen, das die Künstlerin bis jetzt immer eingehalten hat!

Auch die Vernissage war eine der besonderen Art, denn die Schwester von Kerstin Sørensen, Anne Steibel, und ihre Nichte, Sophia (10), interviewten sie. Man habe die Fragen vorher nicht abgesprochen, damit es zu einer gewissen Lebendigkeit kommt, versicherte das Gesprächstrio seinem Publikum. Was doch Zehnjährige für kluge Fragen zu stellen in der Lage sind! So wurde den Bildern Leibhaftigkeit unterstellt und gefragt, was sie denn sagen würden, könnten sie sprechen: „Danke, dass du mit so viel Licht malst!“ Oder es wurde sich nach der Farbpalette Norwegens erkundigt: „Weiß, Blau, Apricot.“ Natürlich wurde nach der Hauptinspiration geforscht: „Himmel und Wasser. Weil sie in Bewegung sind und spiegeln.“

Haben sich die künstlerischen Ergebnisse seit der Rückkehr aus Norwegen verändert? Weil Distanz Erkenntnis schafft, ist das wohl der Fall gewesen. Eines aber haben alle Bilder gemeinsam: Sie geben die Stimmungen wider, die die Malerin bewegen. Und außerdem: „Ein Bild ist auch immer ein unterwegs sein“, es könnte also passieren, dass das eine oder andere nie fertig wird.

Gleichzeitig zur Ausstellung im Arboretum werden an zwei Wochenende in der Galerie des BBK Oldenstadt  ebenfalls Arbeiten von Kerstin Sørensen ausgestellt. Vernissage dafür: Freitag, 24. Mai 2024, um 18 Uhr. Geöffnet ist dort samstags/sonntags, 25./26. Mai und 01./02. Juni. Zudem am Freitag, 31. Mai und Montag, 03. Juni. Immer von 11 bis 17 Uhr, nur am Montag 14 bis 17 Uhr.

Fotos und Text: Barbara Kaiser