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Ernährungsweisheiten auf dem Prüfstand – Dr. Wolfgang Mönch verrät es uns!

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Foto: Jochen Quast

Fördert ein Schnaps nach dem Essen tatsächlich die Verdauung?

Ausgiebig schlemmen im Kreise der Familie, das ist für viele Menschen während der
Feiertage unverzichtbar. Dabei passiert es nicht selten, dass man über die Stränge
schlägt und das meist üppige Weihnachtsmenü schwer im Magen liegt. Doch fördert
ein Schnaps nach dem Essen tatsächlich die Verdauung? Diese und weitere
Ernährungsweisheiten stellt Dr. Wolfgang Mönch, Chefarzt der Abteilung für
Gastroenterologie und stellvertretender Ärztlicher Direktor am Helios Klinikum
Uelzen, auf den Prüfstand.

Warum bekommen wir von rohem Plätzchenteig Bauchschmerzen?

Kekse ausstechen und kreativ verzieren ist für viele Menschen ein fester Bestandteil
der Vorweihnachtszeit. Auch auf das Naschen des rohen Teigs und das
Ausschlecken der Rührschüssel möchten insbesondere Kinder nicht verzichten.
Eltern mahnen dann oft, dass zu viel roher Teig Bauchschmerzen verursacht. Das
kann auch Dr. Wolfgang Mönch bestätigen: „Hefe und Backpulver sollen den Teig
locker und luftig machen, sorgen aber in unserem Verdauungstrakt für
Turbulenzen. Rohe Hefe gärt in Magen und Darm weiter und Backpulver produziert
weiterhin Kohlendioxid. Das Gas, das dadurch in unserem Magen-Darm-Trakt
entsteht, kann zu Bauchschmerzen und Blähungen führen.“ Gegen eine kleine
Portion rohen Teig ist jedoch nichts einzuwenden – Bauchschmerzen und Blähungen
muss man erst beim Verzehr von sehr großen Mengen der noch nicht gebackenen
Teigmasse befürchten.

Setzen große Mahlzeiten nach 18 Uhr stärker an als ein üppiges
Mittagessen?

„Fakt ist: Das Festtagsmenü hat immer gleich viele Kalorien, egal zu welcher
Tageszeit wir es uns schmecken lassen“, weiß Dr. Wolfgang Mönch. Also macht es
keinen Unterschied, ob wir mittags oder abends ausgiebig schlemmen? „Die
Kohlenhydrate, die wir mit einer Mahlzeit zu uns nehmen, aktivieren die
Ausschüttung von Insulin. Insulin hemmt jedoch den Fettabbau. Während wir
tagsüber alle vier bis fünf Stunden etwas essen, kann unser Körper quasi kein Fett
abbauen. Die Nacht ist hingegen die längste Phase, in der wir keine Nahrung
aufnehmen. Unserem Körper bleibt zur Fettmobilisierung also nur die Zeit, in der
wir schlafen“, erläutert der Chefarzt. Je später man eine kohlenhydratreiche
Mahlzeit zu sich nimmt, umso kürzer ist die Phase, die der Körper zum Fettabbau
nutzen kann. Das gilt allerdings nicht für das Verbrennen von Kalorien: Der Körper
baut im Schlaf nicht mehr Kalorien ab als während einer Ruhephase am Tag.

Ist Alkohol auf nüchternen Magen schädlicher als ein Gläschen zum Essen?

Wer auf den Aperitif verzichtet und stattdessen erst zum Essen ein Glas Bier oder
Wein genießt, nimmt weniger Alkohol auf. Stimmt das wirklich? „Richtig ist, dass
Alkohol auf leeren Magen schneller ins Blut gelangt. Doch verhindern kann die
berühmte ‚Grundlage‘ oder die Mahlzeit, die zu Bier und Wein gegessen wird, die
Alkoholaufnahme nicht. Der Alkohol gelangt trotzdem in unseren Blutkreislauf,
wenn auch langsamer. Das führt bei vielen Menschen dazu, dass sie die Wirkung
des Alkohols unterschätzen“, erklärt Dr. Wolfgang Mönch. Ganz gleich, wie schnell
der Alkohol ins Blut gelangt, mehr als 0,1 bis 0,2 Promille Alkohol pro Stunde kann
unsere Leber nicht abbauen. Der tatsächliche Wert hängt auch von Geschlecht und
Gewicht einer Person ab: Der Körper einer Frau benötigt tendenziell mehr Zeit zum
Alkoholabbau als der eines Mannes. „Wichtig ist, beim Konsum von Alkohol ein
vernünftiges Maß zu wahren und die Menge im Auge zu behalten. Idealerweise
wechselt man zwischen einem alkoholischen und einem alkoholfreien Getränk ab.
Das sorgt dafür, dass man insgesamt weniger Alkohol trinkt“, rät der Chefarzt.

Fördert ein Schnaps nach dem Essen tatsächlich die Verdauung?

Wem das deftige Festtagsmenü schwer im Magen liegt, hilft ein Schnaps bei der
Verdauung – so lautet zumindest die landläufige Meinung. „Das Gegenteil ist der
Fall“, weiß Dr. Wolfgang Mönch. „Anstatt die Verdauung anzuregen, wirkt sich ein
Schnaps nach dem Essen eher negativ auf unsere Verdauung aus.“ Bevor der
Körper die üppige Mahlzeit verarbeiten kann, ist er zunächst damit beschäftigt, den
Alkohol abzubauen. Die Verdauung muss warten und das Essen liegt länger schwer
im Magen als gewollt. „Ein Kräuterlikör kann unseren Verdauungsapparat mitunter
tatsächlich unterstützen, was aber an den enthaltenen Kräutern und nicht am
Alkohol liegt. Um die Verdauung anzuregen, sollte man das Festtagsmenü deshalb
lieber mit Kümmel, Lorbeer, Bohnenkraut und Fenchel würzen oder nach dem
Essen einen Kräutertee trinken, anstatt einen Schnaps zu servieren“, sagt der
Chefarzt. Auch ein Spaziergang an der frischen Luft sorgt dafür, dass die
Verdauung und der Kreislauf in Schwung kommen und die Mahlzeit nicht zu lange
zu schwer im Magen liegt.


Pressekontakt: Sonja Mengering ( Referentin Unternehmenskommunikation)
Telefon: (0581) 83-1006
E-Mail: sonja.mengering@helios-gesundheit.de

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