Kauri

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Foto: Koalla Spiele

Das Erbe der Neophyten

Neuseeland. Kein anderer Staat liegt derart weit entfernt von uns. Das mag daran liegen, dass er uns wenig vertraut ist und reizvoll exotisch erscheint. Obendrein sorgen die ewig währende Abgeschiedaenheit und das Vorhandensein etlicher eiszeitlicher Refugien für eine einzigartige Flora und Fauna. Wer kennt schon den Kauri-Baum, jenen Nadelbaum der einem der unsrigen so wenig gleicht. Der Kiwi hingegen ist bekannt, der Fuchskusu wieder weniger. Dieses possierliche Tierchen, das auch auf den Namen Possum hört, ist aber gleichermaßen ein Sinnbild für ein wahrhaft großes Problem, welches einer übereifrigen Siedlungspolitik entspringt.

Neuseeland ist wie kaum ein anderer Staat der Erde von der Last eingeschleppter Arten betroffen. Diese werfen zuverlässig ökologische Gleichgewichte über den Haufen und bringen natürliche Kreisläufe durcheinander. Der Mensch hinterlässt ein Chaos, wenn er seine ordnende Hand anlegt. Und genau dieser Umstand, liegt einem wirklich außergewöhnlichen Spiel zugrunde.

Kauri ist ein asymmetrisches Kräftemessen von vier Fraktionen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Ihre besonderen Charakteristiken entspringen dabei ihrem jeweiligen (biologischen) Naturell. So verfolgt der heimische Kiwi das einfache Interesse zu überleben, denn wirklich alle stellen ihm nach. Er lebt im Einklang der Natur und ist in den Wäldern Neuseelands zuhause. Die Possums versuchen sich einfach erfolgreich in ihrer neuen Heimat auszubreiten. Die Maori kamen aber bereits um 1280 auf die abgeschiedene Insel und haben sich bestens eingerichtet und nun kein Interesse an großen Veränderungen. Sie allerdings jagen Possums und Kiwis und vertreiben heimische Tiere mit ihrem Baueifer. Die Engländer betreten 1769 die Insel, und hinterlassen zunächst tiefe Schneisen in den einstmals unberührten Kauri-Wäldern. Später lassen sie davon ab und beginnen mit der Wiederaufforstung – zum Verdruss der Possums, denn die haben nun dauerhaft Jagdsaison.

Genau zu dieser Zeit betreten auch wir die Bühne, bereit die Geschicke der genannten Protagonisten zu lenken und all deren unterschiedliche Ziele zu verfolgen. Wer seines am erfolgreichsten erfüllen kann, gewinnt dieses außergewöhnliche Ringen. „Kauri“ ist eine spannende Lektion in Geschichte, Evolution und vielem mehr und richtet sich insbesondere an Spieler, die weniger auf raschen Spielspaß mit offensichtlicher Abwechslung Wert legen, sondern mit ihrem spielerischen Alter Ego wachsen wollen. „Kauri“ entfaltet seinen besonderen und zutiefst lohnenswerten Reiz im Laufe der Zeit und lädt ein, immer und immer wieder neue Wege zum Erfolg zu beschreiten. [Matthias Busse]

Für 2 bis 4 Artenschützer ab 10 Jahren,
45 Min., Koalla Spiele