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Neues im UeMu – ein Angebot für junge Besucher

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Lernen macht Spaß!

Hätten Sie es gedacht, liebe Leserinnen und Leser – oder gar gewusst -, dass der ehemalige Inhaber der Ratsweinhandlung, Hans-Christian Meyer, eine sehr emanzipierte Großmutter hatte? Anna Meyer saß im Jahr 1919, die erste deutsche Republik war gerade gegründet, als erste Frau in Uelzen im Stadtparlament. Ihr äußerliches Markenzeichen war eine Kopfbedeckung aus Straußenfedern. Und diese Kappe liegt jetzt in einer Vitrine, zuzüglich einer Rategeschichte, als neues multimediales Angebot im Uelzener Museum. Es ist eine von vier Stationen.

Der Mantel von Johann Alewin darf verziert werden, wie es hier Anni Major, derzeit Bundesfreiwilligendienstleistende im Museum, tut.

Der Mantel von Johann Alewin darf verziert werden, wie es hier Anni Major, derzeit Bundesfreiwilligendienstleistende im Museum, tut.

„Es ist eine wunderbare Ergänzung unserer Dauerausstellung“, zeigt sich Museumsleiter Dr. Ulrich Brohm überzeugt. Sie richtet sich vor allem an Kinder, aber es sei versichert, auch Erwachsene haben daran Spaß. Es sei ein mehrsprachiges (!) Angebot, so Brohm weiter, das auch die haptischen Bedürfnisse zufriedenstellt, denn man darf alles anfassen. Oder zumindest nachhören, denn Annas Federhut bleibt unter Verschluss.  „Die vier neuen Stationen entsprechen unserem Anspruch“, erklärt Dr. Brohm, „ein Museum für aller Uelzener zu sein, egal welchen Alters und welcher Herkunft.“ Und auch ich als „Zugereiste“ war doch wirklich erstaunt, dass Hans-Christian Meyer, den ich seit vielen Jahren kenne, solch fortschrittliche und politisch engagierte Großmutter hatte.

Ganz viel Spaß macht auch das Gewand von Johann Alewin. Der Kleine, von dem es eine Grabplatte mit seinem Abbild im Museum gibt, war der Sohn von Ernst Alewin (1550 – 1610), Uelzener Ratsherr und Stifter des Kronleuchters in St. Marien. Und er erzählt seine Geschichte, währenddessen der Zuhörer den kleinen weißen Mantel mit Glitzersteinen verschönern darf. „Alt bin ich zwar nicht geworden“, resümiert er, „aber da es meine Grabplatte gibt, werden sich die Menschen erinnern…“ Und auch die kleinen Museumsbesucher werden jetzt wissen, wer Johann Alewin war, dessen Vater „so gut verdient hat, dass er einen Arzt bezahlen konnte, der extra aus Uelzen kam.“ Leider konnte der dem aufgeweckten Jungen auch nicht helfen, er starb mit nur fünf Jahren. – Traurig gestimmt wird man allerdings nicht entlassen. Es gibt noch ein Puzzle vor den Bildern von Georg Wolf – natürlich ist ein Wolf zu legen! Und man lernt etwas über die verschiedenen Münzen aus aller Welt, die man auch abrubbeln kann.

Heike Thiele (Mitte) mit vier jungen Helferinnen.

Heike Thiele (Mitte) mit vier jungen Helferinnen.

Diese vier neuen Stationen im UeMu sind die Idee von Museumsmitarbeiterin Heike Thiele, deren Einsatz Ulrich Brohm nachdrücklich lobt. Es ist wunderbar, wie viel frischen Wind sie ins Haus gebracht hat, wie sie vor Ideen sprüht. Diese Entwicklung, die das Museum nahm, darf man einschätzen, wenn man 30 Jahre überblickt und sich an manch sehr dröge Ausstellung in der Vergangenheit erinnert…

Woher kommt die Münze?

Woher kommt die Münze?

Viele Leute haben zum Gelingen der vier neuen Stationen beigetragen. Schon, dass es mehrsprachige (auch in Arabisch!) Erläuterungen gibt, ist nicht selbstverständlich. Manche schaffen es gerade mal zweisprachig, also neben Deutsch nur Englisch. Aber es wurden auch Gegenstände abgegeben zur Präsentation. Die internationalen Münzen beispielsweise. Am Sonntag, 17. Mai, ist Internationaler Museumstag. Dann werden die neuen Errungenschaften der Öffentlichkeit vorgestellt. Es gibt eine Menge zu entdecken und: Lernen macht ja solchen Spaß!

Barbara Kaiser – 10. Mai 2026

 

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