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Der Startschuss

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Die 17. Internationale Sommerakademie ist eröffnet

Blauer Himmel, freundliche Vorfreude-Gesichter überall. Die 17. Internationale Sommerakademie der Lüneburger Heide geht in ihren neuen Jahrgang. Insgesamt 62 Teilnehmer:innen haben sich angemeldet. Dass das Feld international ist, verspricht schon der Name der Veranstaltung. China, Südkorea und Japan stellen die Hauptmacht, die Namen aus Deutschland klingen nach „Wiederholungstäter“ in der Sommerakademiefamilie. Die Länder Rumänien, Spanien, Polen oder Russland bleiben die Solitäre. Wie unglaublich schnell die Jahre dieser internationalen Meisterklasse dahingingen sieht man daran, dass in diesem Jahr auch Leander und Laurenz Alpers (*2013) unter den Schülern sind – als ihr Vater Hinrich das Format gründete, waren sie noch gar nicht geboren! Aber trotzdem sind sie nicht die Jüngsten. Im Jahr 2015 wurde Yori Gubarew geboren; sie kommt aus Dresden und freut sich, sagt sie. Laetitia Hahn sitzt schon am Klavier und übt ihren Mozart, den sie mit dem Orchester spielen will. Die junge Frau wohnt in Eisenach (Bachstadt!) und studiert in Hannover bei Bernd Goetzke. Der wiederum kam gestern erst aus China zurück und hat daneben eine stolze Zahl zu verkünden: Er ist nicht nur das Urgestein der Sommerakademie, er hat gerade sein 100. Semester an der Hochschule Hannover beendet. Wow!

Professor Hinrich Alpers saß am Flügel im Langhaus und beantwortet die Frage, wie es ihm ginge kurz vor Beginn, mit der sehr schlüssigen Antwort: „Mit Beethoven geht es einem doch gut!“ Er probierte den Klavierpart der Kreutzersonate, die auf dem Programm stehen wird. Außerdem hielt er für erwähnenswert, dass es nie, in all den 17 Jahren nicht, zur Eröffnung geregnet habe, sodass man sich im Langhaus drängeln musste. Auch in diesem Jahr würden alle Teilnehmer:innen im Rund auf dem historischen Gelände stehen.

Das waren die ersten Eindrücke an diesem Vormittag, an dem die Anspannung, die Erwartung, in der Luft lagen. Es gab das übliche Welcome für die Dozenten, den Dank an die Sponsoren und ehrenamtlichen Organisatoren. Landrat Dr. Heiko Blume war „proud und happy“, die jungen Musiker:innen begrüßen zu können und wünschte ihnen „very good days to learn“. Bürgermeister Markwardt nannte das immer „learn from the best“ – aber von der Stadt Uelzen hatte dieses Mal bedauerlicherweise niemand den Weg nach Oldenstadt gefunden…

Es geht also los: Zehn Tage Arbeit, Gemeinsamkeit und viel, viel Musik. Mein persönlicher Favorit (seit fast 50 Jahren) wird das Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur von Ludwig van Beethoven sein. Ich bin gespannt, von wem und wie es mit dem Kammerorchester aus Wrocław interpretiert werden wird. Obendrein wird die 17. Sommerakademie flankiert von zwei Ausstellungen; der des Bundes Bildender Künstler zum Thema „Rhythmus“ und der mit Fotos von Hans Lepel (siehe Extratext).

„Falsche Noten zu spielen ist unwichtig, aber ohne Leidenschaft zu spielen, ist unverzeihlich“, war sich Ludwig van Beethoven sicher. Wir Zuhörer:innen der 17. Internationalen Sommerakademie dürfen sicher sein: Falsche Noten gibt es in den vielen Unterrichtsstunden vielleicht, Noten ohne Leidenschaft in den zahlreichen Konzertauftritten an keiner Stelle.

Barbara Kaiser – 31. Juli 2026