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Gründungskonzert gelungen

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Das Ensemble „Aurea“ sang beim 2. St.-Marien-Sommerkonzert

Nein, die zahlreichen Zuhörer:innen beim 2. St.-Marien-Sommerkonzert waren am Ende nicht weggenickt, obgleich die Gäste des Vokalensembles „Aurea“ das „Sleep, sleep. Sleep“, von Eric Whitacre (1970) sangen. Nicht, dass die Gefahr während der 60 Konzertminuten akut bestand, aber ein klein bisschen mehr musikalische Abwechslung hätte dem Konzert gutgetan. Die acht Sängerinnen und Sänger, allesamt professionell stimmlich ausgebildet und mit einer Leidenschaft für diese kleine Form des Gesangs ausgestattet, feierten Premiere, sangen ihr Gründungskonzert, wie Antonia Strieder (Sopran) zur Begrüßung verriet. Neben ihr standen auf der Bühne: Antonia Schnaidt (Sopran), Stina Raupers, Michelle Baum (Alt), Clemens Liese, Pablo Carra (Tenor), Miguel Callejas und Simon Wittkowsky (Bass). Unter dem Namen „Aurea“, eine Wortschöpfung zwischen aurum = Gold und aureus = golden, versprachen sie lupenrein-glänzende Darbietungen.

Die Vokalisten hatten sich Noten zwischen dem 16. Jahrhundert (Claudio Monteverdi, Francisco Guerro, Thomas Luis de Victoria) über die Romantik (Max Reger, Camile Saint Saëns) bis zu Zeitgenössischem (Sofia Söderberg, Jaakko Mäntyjärvi, Eric Whitacre) auf die Pulte gelegt. Und obgleich dieser Rahmen 500 Jahre umspannte, kam das meiste doch in ziemlichem Gleichklang daher. Mit kraftvoller Fülle – ohne Zweifel. Es sind auch atmosphärische Glanzstücke dabei, die die Stimmen sicher führen. Das Ensemble navigierte mit fürsorglichen Einsätzen durch das komplexe Stimmengeflecht. Der genauso komplexe Stimmungskomplex blieb allerdings unterbelichtet. Ein „Erlkönig“ fast ohne Dramatik, ein Forte kommt in der Interpretation kaum vor. Der „Sommarpsalm“ von Waldemar Åhlén – „Wie herrlich grünen Baum und Strauch“ – klingt wie Max Regers „Nachtlied“ – „Die Nacht ist kommen“. Das ist insgesamt sehr schade.

Dass die Gruppe großes Potenzial besitzt, war jedoch zu erahnen. Mit einem Repertoire, das auch Fröhlichkeit und Ausgelassenheit zulässt, wäre das besser bewiesen worden. Denn eine imponierende Kondition bis zum letzten Seufzer nennen die jungen Sängerinnen und Sänger sehr wohl ihr Eigen. Und ein Mehr an Leichtigkeit unterstriche die Genauigkeit der Artikulation nur noch.

Natürlich gab es am Ende langen Beifall von der zahlreich erschienenen Fangemeinde, das Mittelschiff war voll besetzt, die Programme ausgegangen, es können mehr als 200 Besucher:inen gewesen sein.

Am kommenden Samstag, 18. Juli 2026, spielen Annika Köllner-Will (Orgel) und Jana Barenschee (Flöte) unter dem vielsagenden, vielversprechenden Titel „Orgel plus“. 16.45 Uhr. St. Marien.

Barbara Kaiser – 13. Juli 2026

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