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Vom 30. Juli bis 9. August ist Uelzen wieder Musikmittelpunkt
Wie die Zeit vergeht! Aus Kindern werden Leute, sagt das Sprichwort. Und in dieser Ankündigung der 17. Internationalen Sommerakademie bietet es sich an, das personell zu beweisen: Im Jahr 2010 hörte ich im Rahmen der „Jungen Pianisten“ im Kloster Medingen Annika Treutler. Sie spielte die „Goldberg-Variationen“ von Johann Sebastian Bach und – verhob sich doch entschieden an diesem hochkomplexen Werk voller Fugenkünste und arioser Verlockung. Technisch brillant, ohne Zweifel; aber mental und emotional ausbaufähig.
Nur drei Jahre später war sie als Schülerin bei der Sommerakademie zu Gast. In meinem Archiv findet sich dazu diese Passage: „Annika Treutler (23) bewältigte den dritten Satz aus Mozarts Klavierkonzert Es-Dur KV 271 zwischen Lyrismen und Markantem, mit viel Innigkeit fürs Überraschungsmenuett in der Mitte. Sie unterschlug auch nicht den Ernst, den der Komponist im zweiten Satz anlegte, um trotzdem mit Rondofröhlichkeit alle Indifferenz der Noten auszuleben.“ Was für eine Entwicklung! Nun kommt die junge Frau als Dozentin zurück, sie unterrichtet an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ in Berlin.
Ab dem 30. Juli 2026 ist Uelzen wieder das Mekka für Kammermusik und Klavier. Die Zuhörer dürfen sich auf fünf Konzerte (plus täglicher Mittagskonzerte) freuen. Die 17. Internationale Sommerakademie unter der Leitung von Professor Hinrich Alpers bringt dann zehn Tage hochkarätige Interpretation, intensiven Austausch, fröhliches Miteinander und harte Arbeit.
Barbara Kaiser